LinderDer Name Linder lässt sich über Jahrhunderte in den Archiven der Stadt Solingen verfolgen. Viele Mitglieder der „Meßmacher“-Zunft trugen diesen Namen. Sie waren Schleifer, Schmiede oder Härter und gaben ihre Kenntnisse weiter von Generation zu Generation.

Als Solingen zu Anfang des 19. Jahrhunderts in den Herrschaftsbereich Frankreichs geriet, hob Napoleon die Privilegien der Zünfte auf.

Er führte völlige Gewerbefreiheit ein und schuf damit die Vorraussetzung für das Entstehen einer Vielzahl von selbstständigen Schneidwarenbetrieben, darunter auch einige des Namens Linder.

Die Firmen mussten gemäß Anordnung Napoleons so heißen wie der Inhaber. Wenn also etwa der Sohn die Firma übernahm, so musste die Firma den Namen des Sohnes tragen. Damals schon bekannte Betriebe behalfen sich, in dem der bekannte Name des Vaters angehängt wurde. Erst nach Gründung des deutschen Kaiserreiches entstand eine neue Ordnung für die Fortführung eines Firmennamens. Der einmal in das Handelsregister eingetragene Name einer Firma konnte nun auch bei Inhaberwechseln unverändert beibehalten werden.

Linder Solingen

Der Gewerbebetrieb von Carl Linder war im 19. Jahrhundert nicht von Bedeutung. Es lässt sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts feststellen, dass sich Carl Wilh. Linder als selbstständiger Gewerbetreibender mit der Fertigung von Schließmessern mit Hirschhornbeschalung für den Jagdgebrauch befasste. Das elterliche Geschäft führte der Sohn, Carl Linder, fort. Erst im Jahre 1908 erreichte dessen Betrieb einen Geschäftsumfang, der eine Handelsregistereintragung erforderlich machte.

Im Jahre 1937 erwarb der Messerschmied Paul Rosenkaimer (1899-1985) den Geschäftsbetrieb von der Witwe Carl Linder. Seither wird Firma Linder in der dritten Generation von Familie Rosenkaimer geführt.

Die Rosenkaimers entstammen einer der alten Solinger „Meßmacher“-Familien. Der erste Eintrag in die Zeichenrolle der „Meßmacher“-Zunft datiert auf das Jahr 1691 zurück.

Schon die ältesten erhaltenen Unterlagen von Carl Linder zeigten, dass das damalige Fertigungsprogramm die gleiche Warengattung umfasste: Messer mit feststehenden Klingen für Sport, wandern, Jagd und Tracht.

Natürlich wandelte sich der Markt und damit das Angebot der Firma Linder im Verlaufe der Jahrzehnte. Aber die Basis und der Gegenstand der Geschäftstätigkeit blieb im wesentlichen unverändert. Trachtenmesser, Dolche, Fahrtenmesser, Bowiemesser und viele andere Messer für die Verwendung außer Haus werden im eigenen Betrieb hergestellt.

Eine Sonderstellung erreicht Linder im Bereich dieser Messer durch Verwendung von feinsten Werkstoffen und konsequenter Qualitätskontrolle bei der Verarbeitung.

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